codetekt kämpft im Home-Office gegen Fake News im Internet

Verfasst von Henri Schwarz

20 Menschen aus 12 verschiedenen Städten bilden das Kernteam des gemeinnützigen Vereins codetekt. Ihre gemeinsamen Ziele: Falschinformationen aus dem Internet aufdecken und digitale Medienkompetenz stärken. Doch wie erreicht man diese Ziele, wenn das ehrenamtliche Team über ganz Deutschland verstreut ist?

Im ersten Interview der Reihe „Digitale Vorbilder” gibt uns Kristin von codetekt einen Einblick in die digitale Arbeit ihrer Organisation. Sie zeigt uns, wie ihr Team digitale Werkzeuge nutzt und teilt ihre Erfahrungen für die ersten Schritte mit digitaler Team-Kommunikation.

Kristin kümmert sich bei codetekt um das Fundraising, Kooperationen und den Ausbau des Netzwerks.

Was macht codetekt?

Jede:r von uns ist ihnen schon einmal begegnet: Falschinformationen, die sich im Internet rasend schnell verbreiten. Doch woher weiß man, welche Informationen vertrauenswürdig sind und welche nicht? Bei codetekt hast Du die Möglichkeit, die Glaubwürdigkeit von Inhalten transparent und anonym überprüfen zu lassen. Dazu reichst Du einfach einen Link zu einer Information auf der Website codetekt.org ein. Anschließend wird Dein Inhalt von einer unabhängigen Gemeinschaft an Freiwilligen überprüft – den sogenannten Detektiv:innen. Alle können dieser ehrenamtlichen Community beitreten. Nachdem Dein Inhalt überprüft wurde, erhältst Du eine Einschätzung der Glaubwürdigkeit.

Digitales Engagement KristinMarosi_Codetekt

„Wir setzen uns für eine resiliente und informierte Gesellschaft ein, indem wir digitale Medienkompetenz stärken und gegen Falschinformationen im Internet vorgehen.”

Das besondere: Die Arbeit von codetekt, der Austausch im Team und mit der ehrenamtlichen Community findet ausschließlich online statt.

Digitales Arbeiten: Chance vs. Herausforderung

Für Kristin ist digitales Arbeiten eine große Chance, besonders für gemeinnützige Organisationen, die Unterstützer:innen suchen. Denn: Die Zusammenarbeit werde deutlich flexibler und komfortabler; mit dem richtigen Equipment und einer stabilen Internetverbindung kann jede:r ortsunabhängig arbeiten – ohne lange Arbeitswege oder Reisen. Durch digitales Arbeiten können mehr Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven ins Team integriert werden. Denn niemand ist örtlich an einen zentralen Arbeitsplatz gebunden, Menschen aus aller Welt können so zusammenarbeiten und kommunizieren.

„Digitales Arbeiten ist eine riesige Chance. Wir sind 20 Leute weltweit verteilt. Durch digitales Arbeiten können trotzdem alle mitmachen und sich so engagieren, wie sie es persönlich schaffen.”

Natürlich gebe es auch Herausforderungen. Doch die seien nicht unlösbar, sagt Kristin. So seien Sicherheit und Datenschutz wichtige Themen. Jede:r im Team sollte sich unbedingt der Verantwortung gegenüber den gemeinsamen Daten bewusst sein und gut damit umgehen. Außerdem sollte man sich gut über Datenschutz informieren und sich etwa ein gutes Antivirenprogramm leisten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist Quality Time mit dem Team. Oft sind beim ortsunabhängigen Arbeiten physische Teamevents oder eine gemeinsame Kaffeepause kaum oder gar nicht möglich. Hierfür rät Kristin, sich auch mal online, nach den Teambesprechungen zu treffen und zusammen den Abend ausklingen lassen. Das bringt das Team enger zusammen und gibt die Möglichkeit, sich außerhalb der Arbeit etwas näher kennenzulernen. Neben gemeinsamen Pausen hilft es auch, Aufgaben gemeinsam in einem Video-Call zu bearbeiten, um ein Gruppengefühl zu erzeugen.

„Ich kann meine Arbeit von überall aus erledigen. Ich kann sie mit meinem Privatleben verbinden und abstimmen.”

Als Team auf gemeinsame Kommunikation verständigen

Kommunikation ist das A und O in einer Organisation. Kristin betont jedoch, dass Kommunikation eine nochmals zentralere Rolle spiele, wenn das Team ausschließlich digital zusammenarbeitet. Es gibt viele Wege über die kommuniziert werden könne und deshalb sei es besonders wichtig als Organisation einen gemeinsamen Weg zu finden. Dieser Kommunikationsweg muss für alle klar und untereinander abgestimmt sein.

„Kommunikation ist einfach superwichtig. Sowohl im normalen Leben wie auch digital. Hier gibt es für mich noch Ausbaumöglichkeiten, damit die Nachrichten, die ich an mein Gegenüber transportieren möchte, auch richtig ankommen.”

Videokonferenz-Programme wie Zoom dienen laut Kristin eher dem verbalen und visuellen Austausch. Messenger-Tools wie Slack hingegen seien für eine schnelle und schriftliche Kommunikation nützlich.

Außerdem sei die regelmäßige Wertschätzung der Kolleg:innen und deren Arbeit ein wichtiger Bestandteil eines guten Teambuilding. Jede:r im Team solle sich wertgeschätzt fühlen, auch ohne die persönliche, analoge Begegnung. Umso wichtiger seien regelmäßiges Lob, Feedback und Rückfragen. Das trage nicht nur dazu bei, dass sich alle wohl fühlen, sondern auch zu einer höheren Leistung und Qualität der Arbeit.

Digitaler Arbeitsalltag bei codetekt

codetekt ist eine überwiegend digital gestaltete Organisation mit einem besonderen Fokus auf agile Arbeitsmethoden. Neben dem Einsatz digitaler Tools wie Slack, Zoom und Miro spielt auch das Tool Trello eine große Rolle im Arbeitsalltag von codetekt. Kristin selbst verwendet das Tool grundsätzlich um sich To-dos aufzuschreiben, eine Übersicht zu bewahren und sich selbst zu organisieren. Um alle Informationen auch abzuspeichern und zwischenlagern zu können setzt das Team auf Google Drive.

Offen sein und Neues ausprobieren

Kristin hat sich schon immer gerne mit Programmen wie z.B. Adobe InDesign beschäftigt. Sie betont wie wichtig eine offene Haltung gegenüber digitalen Hilfsmitteln ist, man sich immer neu ausprobieren und allen Tools eine Chance geben sollte. Dies hilft ihr herauszufinden, mit welchen Programmen man am besten arbeiten kann.

„Ich habe mich schon immer gerne mit neuen Programmen auseinandergesetzt.“

Kristin arbeitet und kommuniziert viel mit Programmen wie Slack oder Zoom. Ebenfalls empfehlenswert ist ihrer Meinung nach Miro. Miro ist ein Programm, das digitales Arbeiten gemeinschaftlicher gestaltet und es ermöglicht, über ein Board agile Arbeitsabläufe und Strategien visuell darzustellen. Beim Erlernen digitaler Tools geht Kristin nach dem Motto „Learning by doing” vor und erinnert sich stets an eins: Übung macht die/den Meister:in.

„Es ist viel wichtiger, die Tools einfach auszuprobieren, anstatt sich nur passiv mit Information zu überladen. Offenheit für Neues und Geduld mit sich selbst ist einfach das Wichtigste.”

Zum Abschluss ein großes Danke an Kristin für das Gespräch, den Einblick in codetekt und ihre Tipps zum digitalen Arbeiten!

Kristins Tipps und Tricks zu digitalem Arbeiten

  1. Offenheit: Versuche offen zu bleiben für neue Möglichkeiten digitaler Arbeit! Immer wieder Neues auszuprobieren und auch unbekannten digitalen Tools eine Chance zu geben, hilft Dir dabei herauszufinden, welche Programme am besten zu Dir passen.
  2. Übung macht die/den Meister:in: Praktisches Ausprobieren digitaler Tools ist das beste Mittel, um neue Anwendungen und einen sicheren Umgang mit diesen zu erlernen.
  3. Digitale Kommunikation: Kommunikation im Team ist wichtig – auch im digitalen Raum! Achte hierbei auch darauf, die richtigen digitalen Werkzeuge für den jeweiligen Zweck einzusetzen (z.B. Zoom für persönliche Absprachen, Slack für einen schnellen Austausch).
  4. Transparenz & Vertrauenswürdigkeit: Es hilft, sich der Verantwortung bewusst zu werden gegenüber der Daten der Organisation → im Kollegium
  5. Offenheit und Kommunikation: sorgt für ein respektvolles Miteinander und Verständnis und Akzeptanz. Das befolgen und auseinandersetzen mit Kommunikationsregeln kann hilfreich sein, für sich und das Team.

Hast Du Fragen zur digitalen Zusammenarbeit oder möchtest Dich gerne mit anderen darüber austauschen? Möchtest auch Du Deine Tipps an die Community weitergeben? Dann melde Dich gerne bei uns unter info@impact-werkstatt.de oder sieh’ Dich auf unserer Impact-Werkstatt Website um.

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